Appell von Bürgermeister Peter Wirtz an die Bürger der Stadt Königswinter

18.03.2020

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,


die Corona-Epidemie hat auch unsere Stadt und unsere Region nicht verschont. Neben drei bestätigten Fällen in Königswinter und zahlreichen Fällen in häuslicher Quarantäne sind in den nächsten Tagen wahrscheinlich weitere Neuansteckungen zu befürchten.

Wir stehen – da sind sich Virenexperten und Epidemiologen sicher – erst am Anfang einer dramatischen Entwicklung. Wenn wir gemeinsam eine Eindämmung der Epidemie erreichen wollen, so geht dies nur, wenn die einschneidenden Maßnahmen, die von Bund und Land beschlossen wurden, auch entschlossen umgesetzt werden. Diese Aufgabe trifft in erster Linie die kommunale Ebene.

Hier müssen die – oft mehr als unangenehmen Entscheidungen – umgesetzt werden. Mit den getroffenen Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten sind wir auf einem guten Weg, dieser wird aber nur erfolgreich sein, wenn wir ihn alle mitgehen und bedingungslos die unvermeidbaren Maßnahmen akzeptieren. Es wird wenig helfen, wenn wir die bisherigen Lebensgewohnheiten nicht umstellen. Deshalb appelliere ich an Sie: halten Sie die Empfehlungen zur persönlichen Sicherheit und Vorbeugung ein, vermeiden Sie soziale Kontakte, wahren Sie im persönlichen Umgang Distanz und bleiben – wenn möglich – zu Hause.

Ich appelliere aber auch an Ihren Gemeinsinn: denken Sie an die Schwächeren in unserer Gesellschaft und bleiben in Ihrem Handeln fair. Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme zählen mehr als egoistisches Verhalten, Rücksichtlosigkeit und Hamsterkäufe. Es ist erschreckend, miterleben zu müssen, dass Gegenstände des täglichen Bedarfs so im Übermaß „gehamstert“ und gehortet werden, dass die Regale in den Supermärkten leer sind und Toilettenpapier zur Mangelware wird.

Was aber für mich noch wichtiger ist: umgehen Sie die Veranstaltungs- und Versammlungsverbote nicht. Wenn wir uns diszipliniert verhalten, haben wir eine Chance, dass in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen wieder Normalität einkehren kann.

Meine Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, von denen viele in den letzten Tagen sehr oft fast rund um die Uhr tätig waren, werden auch in Zukunft alles versuchen, um gemeinsam mit Ihnen die Krise zu bestehen und Sie zu unterstützen.

Lassen Sie uns solidarisch handeln, den Mut nicht verlieren und gemeinsam unser Bestes geben.

In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Wünschen für Sie alle

Ihr Peter Wirtz