7 Fragen an Dirk Käsbach: Interview mit dem scheidenden Ersten Beigeordneten

Nach acht Jahren engagierter Dienstzeit nähert sich sein letzter Arbeitstag unaufhaltsam. Am 31. Mai wird er offiziell seine Tätigkeit beenden. Diese Phase des Übergangs wirft Fragen auf: Wie gestaltet sich sein Abschied aus der Stadtverwaltung, die er über Jahre hinweg mitgestaltet hat? Geht dieser Abschied mit gemischten Gefühlen einher, nach einer so langen und bedeutenden Amtszeit? Lesen Sie hier das Interview mit ihm.

Herr Käsbach, nach acht Jahren als Erster Beigeordneter und Kämmerer verlassen Sie bald die Stadtverwaltung von Königswinter. Wie können wir uns Ihren letzten Arbeitstag vorstellen?

Mein letzter Arbeitstag in Königswinter wird der 31. Mai sein. Bis dahin bin ich zwar noch für die Amtsgeschäfte verantwortlich, nehme jedoch auch Resturlaub in Anspruch, sodass ich nicht durchgehend im Büro sein werde.

Nach einer so langen Amtszeit endet nun Ihre Zeit als Erster Beigeordneter. Geht dieser Abschied mit gemischten Gefühlen einher?

Ja, definitiv. Ich habe meine Aufgaben gerne wahrgenommen und es gab viele positive Momente und Erfahrungen, insbesondere mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Politik. Ich werde diese Zeit sicherlich in guter Erinnerung behalten.

In den letzten Jahren konnte Königswinter einen positiven Haushaltsabschluss verzeichnen. Welche Faktoren haben dazu beigetragen? Sind Sie für die kommenden Jahre optimistisch?

Einerseits haben wir realistische, aber vorsichtige Einnahmeplanungen vorgenommen, die sich glücklicherweise teilweise besser entwickelt haben als erwartet. Andererseits haben wir nicht alle finanziellen Mittel vollständig ausgegeben, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass wir in bestimmten Bereichen personell unterbesetzt waren. Zudem haben wir unerwartete staatliche Zuweisungen erhalten. Es hängt also weiter von der Ausgabendisziplin der Stadt und den äußeren Rahmenbedingungen ab, aber ich bin nicht allzu pessimistisch.

Die Gewerbesteuereinnahmen sind für die Stadt von großer Bedeutung. Sehen Sie hier eine entscheidende Einnahmequelle für die Zukunft?

Ja, definitiv. Die Gewerbesteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt, und die gute Erholung der örtlichen Unternehmen nach der Pandemie ist ein vielversprechendes Zeichen für die Zukunft.

Sie haben sich von Anfang an für einen Neubau des Rathauses eingesetzt. Warum hat es so lange gedauert, bis dieser Beschluss gefasst wurde?

Die Entscheidung für einen Neubau des Rathauses war ein komplexer Prozess, der intensive Überzeugungsarbeit erforderte. In der Politik gab es nach meiner Einschätzung Unsicherheiten angesichts der Bedeutung und Volumina dieser in der jüngeren Geschichte Königswinters beispiellos großen Maßnahme. Bei aller Diskussion, muss man wissen, dass der Sanierungs- und Modernisierungsstau an den bestehenden Standorten (Altstadt, Oberpleis, Thomasberg) erheblich ist. Die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld sind nicht mehr zeitgemäß.

Wie steht es um die Personalentwicklung in Königswinter?

Wir haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und bieten heute ein breites Fortbildungsangebot sowie gute Aufstiegsmöglichkeiten. Auch die Personalgewinnung haben wir verbessert. Angesichts des Fachkräftemangels und der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sind wir aber noch nicht am Ende der Veränderungen, die sich auch eine Stadtverwaltung stellen muss. Hier wünsche ich meinem Nachfolger und allen Mitarbeitenden ein gutes Händchen und Mut zu unkonventionellen Maßnahmen. Wir müssen uns als öffentliche Verwaltung und Arbeitgeberin nicht verstecken und sollten weiterhin sehr selbstbewusst die Vorzüge und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende betonen.

Und was sind Ihre Pläne nach Ihrem Abschied aus Königswinter?

Ich werde meine Erfahrungen nutzen, um anderen Kommunen mit meinem Unternehmen zu helfen und werde zudem als Coach tätig sein. Privat freue ich mich darauf, wieder Musik zu machen.

Lieber Dirk Käsbach, vielen Dank für das Interview und alles Gute für Ihre Zukunft.