InsoFa-Beratung - Schritt für Schritt

 

Zur Ihrer Information und zur Vorbereitung auf Ihre InsoFa-Beratung stellen wir Ihnen nachfolgend die einzelnen Schritte sowie das inhaltliche Vorgehen unserer InsoFa-Beratung vor.

1. Der erste Kontakt

Sie setzen sich telefonisch mit unserem Sekretariat in Verbindung und schildern anonym (ohne Angaben personenbezogener Daten) Ihr Anliegen. Bitte nutzen Sie dazu außerhalb unserer Sprechzeiten den Anrufbeantworter und bitten um Rückruf oder Sie schicken uns eine E-Mail: feb@koenigswinter.de mit Ihren Kontaktdaten. Zeitnah, spätestens jedoch bis zum nächsten Arbeitstag, erhalten Sie von einer Insoweit erfahrenen Fachkraft der FEB einen Rückruf zur Terminvereinbarung.

Die eigentliche InsoFa-Beratung erfolgt entweder als telefonische Beratung oder als face to face-Beratung mit ggf. weiteren beteiligten Fachkräften/Personen in der Beratungsstelle oder Ihrer Einrichtung

Die InsoFa-Beratung dauert im Schnitt eine Stunde. Bitte nehmen Sie sich für die InsoFa-Beratung die entsprechende Zeit.

Die InsoFa-Beratung ist keine inhaltliche Fallberatung, sondern folgt einem klar strukturierten Ablauf mit dem Ziel, Sie bei der Einschätzung einer möglichen Gefährdungssituation eines Kindes und Ihrem weiteren Vorgehen zu unterstützen.
Die MitarbeiterInnen der FEB haben in diesem Prozess ausschließlich eine beratende Funktion (vgl. § 8a Abs. 4 SGB VIII).

Bei einer unmittelbaren Kindeswohlgefährdung wenden Sie sich bitte direkt an das für Sie zuständige Jugendamt.

Jugendamt Bad Honnef:    02224 184-276
Jugendamt Königswinter: 02244 889-5309



Nachfolgend erhalten Sie einige Hintergrundinformationen, um Sie mit bestimmten Begrifflichkeiten im Kinderschutz vertraut zu machen und Ihnen vorab einen ersten Einblick in den Beratungsprozess zu geben.


2. Erstes Clearing mit der InsoFa

Um sich ein besseres Bild im Kontext Ihres Beratungsanliegens machen zu können, sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass die InsoFa Sie im ersten Kontakt u. a. Folgendes fragen wird:

a.)  Haben Sie und ggf. mit wem haben Sie in diesem Fall bereits Kontakt aufgenommen?
b.)  Haben Sie Ihre Leitung über Ihre Verdachtsmomente einer möglichen Kindeswohlgefährdung informiert?
c.)  Haben Sie eine Gefährdungseinschätzung mit Ihren KollegInnen, in Ihrem Team und/oder mit Ihrer Leitung vorgenommen?
d.)  Zu welchem Ergebnis sind Sie dabei gelangt?


3. Ihre erste Einschätzung zu einer möglichen Gefährdung eines Kindes?

Sie sollen zu Beginn der Beratung und zunächst mit Ihrem bisherigen Wissen zur Situation des Kindes einschätzen, in welchen der drei nachfolgenden Bereiche Sie den möglichen Bedarf der Familie bzw. des Kindes einordnen.

 


 a) Leistungsbereich

Die Familie benötigt Unterstützung
und ist offen für externe Hilfe. Sie
sind mit der/den PSB in einem guten
Kontakt, können gut miteinander
sprechen und eventuelle Probleme
werden von der Familie sofort
angegangen und freiwillig gelöst. 

 

 b) Graubereich

Sie haben verschiedene Hinweise
auf eine mögliche Kindeswohlge-
fährdung. Es gibt jedoch unklare
Informationen. Eine klare Aussage
zum weiteren Vorgehen ist für Sie
daher momentan nicht zu treffen.

 

 c) Gefährdungsbereich

Es bestehen, nach Ihrem derzeitigen
Kenntnisstand, gewichtige Anhalts-
punkte einer Kindeswohlgefährdung.
Es muss, aus Ihrer Sicht, eine
sofortige Meldung beim zuständigen
Jugendamt erfolgen.


Im Anschluss an diese Falleinordung wird die InsoFa Sie bitten, im Folgenden einzuschätzen, in welchen der nachfolgenden Bereiche Sie in Bezug auf das Kind eine Gefährdung befürchten:

  • Körperliche Gewalt
  • Häusliche Gewalt
  • Sexueller Missbrauch
  • Gesundheitliche Gefährdung
  • Aufsichtspflichtverletzung
  • Autonomiekonflikt
  • Seelische Gefährdung

Dieser Schritt dient dazu, dass Sie Ihre vielfältigen Eindrücke in Bezug auf eine mögliche, durch Sie vermutete Gefährdung des Kindes fokussieren und versachlichen.


4. Was sind die konkreten Fakten

Die InsoFa befragt Sie an dieser Stelle zu den konkreten Fakten einer möglichen Kindeswohlgefährdung.

Beispielsweise:

•  Wie haben Sie von der möglichen Gefährdung erfahren?
•  Was haben Sie selbst direkt beobachtet?
•  Wie oft, zu welchen Zeiten und seit wann kommen die genannten Sachverhalte vor?
•  Wurden gefährdende Situationen bereits von anderen Personen beobachtet? Wann und ggf. wie häufig?
•  Haben bereits Gespräche mit den Personensorgeberechtigten stattgefunden?


5. Kooperationsbereitschaft der Personensorgeberechtigten

Für eine abschließende Einschätzung und Ihr weiteres Vorgehen, ist die Bereitschaft zur Mitarbeit der Eltern ein wichtiger Faktor für einen umfassenden Blick auf den Fall. Die InsoFa beleuchtet mit Ihnen daher ebenfalls die Kooperationsbereitschaft und
-fähigkeit der Personensorgeberechtigten und schaut auf vorhandene Ressourcen im Umfeld des Kindes, die das Wohl des Kindes sicherstellen könnten.


6. Die Einschätzung aller an der InsoFa-Beratung beteiligter Personen

Alle an der InsoFa-Beratung beteiligten Personen fassen die wesentlichen Punkte in einem Faktencheck zusammen. Im Anschluss geben alle Beteiligten ihre abschließende begründete Einschätzung nach den Gefährdungsbereichen und benennen konkrete Schritte für das weitere Vorgehen.
(Immer dann wenn wir Sie im Team face to face beraten, erfolgt an dieser Stelle eine Gefährdungseinschätzung der an der Beratung beteiligten TeammitgliederInnen.
Punkt 6. entfällt daher bei einer telefonischen Beratung.)


7. Ihre abschließende Einschätzung und Ihr weiteres Vorgehen

Nach der Gesamteinschätzung aller Beteiligten nehmen Sie, als fallverantwortliche Fachkraft, Ihre Abschlusseinschätzung vor, begründen diese und zeigen Ihre konkreten Handlungsschritte auf.

•  Wer macht was bis wann?


8. Das Abschlussprotokoll

Von der Beratung wird ein Protokoll erstellt, das Folgendes dokumentiert:

•  Das Ergebnis Ihrer Einschätzung
•  Die inhaltliche Begründung, die zum Ergebnis geführt hat
•  Das weitere Vorgehen als konkrete Handlungsschritte

Das Protokoll stellt Ihnen die InsoFa-BeraterIn, nach Abschluss der Beratung, für Ihre Unterlagen zur Verfügung.

Sollten sich für Sie nach der InsoFa-Beratung noch weitere Fragen ergeben, können Sie sich selbstverständlich gerne wieder an eine Insoweit erfahrene Fachkraft der FEB wenden.


Das Ablaufschema einer InsoFa-Beratung steht Ihnen nachfolgend als Schaubild zur Verfügung:

 

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